Mobbing…

Hallo meine Lieben,

ich hoffe euch geht es gut und ihr seid gut durch die Woche gekommen.
In manchen Teilen Bayerns und Deutschlands wurde uns einmal mehr gezeigt, dass die Natur sich alles zurückholt was ihr einmal gehört hat. Durch die vielen Wassermassen haben unzählige Mitbürger ihr Zuhause verloren und auch ihre Lieben. Ich wünsche von ganzem Herzen weiter viel Kraft und helfende Hände!

Kraft, die braucht man auch wenn man in seinem Alltag von anderen Menschen runtergemacht oder gemobbt wird. Ich möchte heute das Thema aufgreifen, weil es mich selbst betroffen hat und heutzutage immer noch betrifft.

Wo fängt Mobbing eigentlich an?

Hmm, diese Frage kann mir keiner beantworten und ich werde auch nicht nach einer Antwort suchen. Jeder Mensch entscheidet/empfindet die „Attacken“ anderer Menschen unterschiedlich. Lästern, auslachen und Sachen verstecken oder Flugblätter ausdrucken und in der Schule verteilen – Ich würde sagen das grenzt an Mobbing. Von dem letzteren bin ich verschont geblieben, allerdings habe ich auch einiges erleben dürfen.

Es ist wie ein Spiel, das nicht von einem selbst gesteuert oder gewonnen werden kann. Ein Teufelskreis, der beginnt mit einer Kleinigkeit und endet mit täglicher Hetze. Meine Schulzeit war wirklich nicht die einfachste, allerdings hat mich das auch zu dem gemacht was bzw. wer ich heute bin. Ich kam aus München nach Bad Tölz und hatte natürlich schon einen Style, der damals auf dem Land noch nicht angekommen war.
„Hey, der is doch schwul!“ oder „Fetti“ das waren noch die netteren Lästereien und Schimpfwörter die mir jede Pause an den Kopf geschmissen wurden, wenn ich mit meinen Freunden die Treppe zur Aula herunter gelaufen bin. Meine „Gang“ bestand ausnahmslos aus Mädchen (die hübschesten der Schule natürlich…) und ich denke, es gab den einen oder anderen Kerl, der auch ein wenig eifersüchtig auf mich war. Ich durfte und darf bis heute sämtliche Mädls ohne BH bewundern und mit ihnen in einem Bett schlafen.

Tja, Bitches be like…GAY!

Nicht nur Wörter kamen geflogen, nein es kamen auch manchmal benutze Pausen-tüten oder leere Flaschen geflogen. Akrobatisch wie ich damals nicht war, prallten diese Dinge an meiner breiten Masse ab. Sie prallten äußerlich ab – hinterließen in mir aber Spuren. Den Tag in der Schule überstanden kam der nächste Albtraum. Der Schulbus! Alle stürmten in den Bus hinein und waren froh einen Sitzplatz zu ergattern. Ich bin noch nie der Drängler gewesen und auch nie jemand, der sich ganz vorne in eine Menschenmasse stellen muss. Ich stieg in der Mitte ein und versuchte einen Platz zu finden. Natürlich war das aussichtslos und ich musste mich hinstellen.

„Guck mal was die Schwuchtel an hat!“ (schönere Sachen als du…)

Gefundenes Fressen für die Menschen, die sich nur in einer Gruppe stark fühlen. Mit meinen 110 Kg und meinen knallroten Backen, die ich vor Angst immer bekommen habe war ich natürlich nicht zu übersehen. Es gab Sprechchöre, es kamen Süßigkeitenverpackungen geflogen, sie haben sich vor mich gestellt und mich in die Seiten gepiekst…. Ich kam mir im wahrsten Sinne des Wortes vor wie ein Schlachtschwein. Gehetzt und getrieben bis Sachsenkam, dort wurde der Bus zum Glück leer und ich konnte mich hinsetzten und verstecken. In meiner Schulzeit kam ich nur mit den Lehrern gut klar, allerdings gab es dort auch einen Sportlehrer, der mich nicht gern gemocht hat. Er war ein riesen Arschloch. Ich habe angefangen keinen Sport mehr zu machen und mich von Woche zu Woche entschuldigen lassen.

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Ich hatte Angst was er wohl sagen würde….Mein Name war bei ihm „Rathi“, mittlerweile benutze ich ihn selbst – früher war das ein No-Go. „Heute wieder krank oder nur zu faul?“ oder „Willst du in die Frauen-Umkleide?“ das sind nur zwei Sätze was er gerne verwendet hat um mich zu „ärgern“. Ärgern? Haha, Witz des Jahrhunderts. Er sagte solche Sachen und die Mitschüler zogen mit anderen Sachen nach. In der Umkleide durfte ich natürlich nirgends stehen, weil ich könnte jemanden anmachen. Sicherlich! Ich mache jeden heterosexuellen Jungen an den ich sehe. Diese verbreite Wahnvorstellung von Männern, die nicht am anderen Ufer fischen finde ich wirklich lächerlich. Ihr seid wirklich nicht alle so toll, dass man euch zwingend anmachen müsste! Wir haben auch einen gewissen Standard und Anspruch….

Der Lehrer war ein arrogantes Arschloch und wir beide wussten das wir keine Freunde mehr werden würden….Ich habe mir ein Attest beim Psychologen geben lassen um schon einmal dieser ganzen Sport-Situation aus dem Weg zu gehen. Ich verbrachte nun meine Sportstunden im Sekretariat und hatte die beste Zeit mit Lehrern, Kaffee oder Kaba und einem Computer. Ich war froh, als ich mein Abschlusszeugnis in der Hand hielt und endlich der ganzen „jugendlichen“ – Hirnlosigkeit den Rücken kehren konnte. Meine Freunde waren in der Schulzeit der wichtigste Anker für mich und auch meine Entwicklung. „Bleib so wie du bist, Ratho!“ und ich bin bis heute so geblieben….DANKE AN EUCH ❤

Du denkst: ENDLICH HABE ICH ES GESCHAFFT!!!

Ich muss mir den ganzen Scheiß nicht mehr geben, weil ich nun in der Welt der Erwachsenen spiele. Meine Ausbildung war ein neues Level in Sachen Mobbing und Hinterfotzigkeit, die mich wirklich erschreckt hat und meinen Panzer noch dicker werden hat lassen. Nein, ich meine mit Panzer nicht meinen Bauch….=)
Erwachsene Menschen können wirklich noch schlimmer sein als Jugendliche. Wir waren zwei Azubis und ich war von Anfang an der „Außenseiter“ – „der Andere“, weil ich eben nicht in eine Schublade gesteckt werden kann und das auch nicht will. Mein Aussehen ist die größte Angriffsmöglichkeit und natürlich auch die erste, die andere Personen haben. „Ist das ein fetter Junge oder ein fettes Mädchen?“ , „Das ES sitzt bei uns am Tisch“, „Vorsicht, nicht das er dir zu nahe kommt!“…etc etc etc.

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Durch meine Arbeitsweise und meine ehrliche Art und Weise habe ich mich durchgeboxt und plötzlich war ich nicht mehr der Außenseiter in meiner Ausbildung. Ich wurde immer selbstbewusster und hatte ein sicheres Auftreten. Manchmal versucht man sich das auch alles nur einzureden um dem innerlichen Kampf zu gewinnen. Ich schaffe das schon alles, dass war und ist mein Mantra. „Das ES sitzt bei uns am Tisch“ – dieser Satz hat mich in meiner Azubi-Zeit am meisten verletzt. Die Frau, die das gesagt hat ist in meinen Augen eine billige Kopie von einer Prostituierten auf der Landsberger Straße, allerdings haben diese Frauen meinen vollsten Respekt. Ich habe viel geschluckt und habe mir meine Wut nicht anmerken lassen, allerdings ist mir irgendwann der Kragen geplatzt und ich habe ihr gesagt was ich von ihr halte und das ich es erbärmlich finde, wenn man so über andere Leute redet.

„Brillenschlange!“

Niemand hat das Recht andere Leute und ihren Lebensstil zu verurteilen. Wir sind alle Anders und Individuell!

Teilweise sollten die Menschen selbst vor ihrer Tür kehren oder Zuhause in den Spiegel schauen bevor sie jemanden verurteilen, weil er vielleicht etwas anders aussieht oder sich nicht nach der „gewöhnlichen“ Norm verhält oder liebt. Ist es wirklich ein Grund jemanden zu mobben, weil er Leggings trägt oder blaue Haare hat? Sollte man nicht hinter die Kleidung schauen und sich mit der Person und dem Charakter auseinandersetzen? Wie ich oben bereits geschrieben habe ist das Aussehen die erste Möglichkeit jemanden zu verurteilen bzw. beurteilen. Lieber habe ich einen verrückten Rathi, als einen hinterfotzigen und faulen Anzugträger in meiner Firma. Die Kunden hatten nie ein Problem mit meinem Aussehen, allerdings mein Personalchef…. „Sie müssen sich verändern!“ – NEIN! NEIN, dass muss ich nicht und werde ich auch nicht! Was ist passiert? Ich wurde gekündigt bzw. mein Vertrag nicht verlängert….Armes Deutschland, Armer Kaufhof…

Wir reden Tag ein und aus, dass alle so tolerant sind und jeder willkommen ist. Wir sind längst nicht tolerant genug in Bezug auf unsere Mitmenschen… Jeder soll das tragen was er möchte und jeder soll das Geschlecht lieben was er möchte. Es gibt keinen perfekten Menschen und meiner Meinung nach auch keine perfekte Gesinnung. Wir nehmen tausende Flüchtlinge auf, allerdings bekommen wir es selbst nicht hin die eigenen Mitbürger mit selben Rechten und selbem Respekt zu behandeln. Traurige Realität.

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Manchmal denke ich, dass mein Aussehen ein Schutzschild für mich selbst ist. Für den Ratho, der unter dem Panzer ein Herz hat wie jeder andere. Der Ratho, der auch oft nach Hause kommt und einfach weint, weil er in der Arbeit als „ES“ beschimpft worden ist. Ein Ratho der am Bahnhof von ausländischen Mitbürgern als „TOP“ beschimpft wird und bespuckt. (TOP – schwul, Schwuchtel…)Das finde ich sowieso das krasseste, sie kommen aus fremden Ländern, bekommen hier unser Geld und bespucken mich, weil ich mein Leben so lebe wie ich es will?! Sorry – NO GO! Sich von anderen Menschen demütigen zu lassen und nicht zurück zu schlagen zeigt von einer gewissen Größe. Ich würde gerne und oft einfach zurückschlagen oder genauso zurück spucken, allerdings weiß ich das ich dann nicht besser wäre wie die primitiven anderen….

Die Primitiven mobben,demütigen und lachen andere Menschen aus um sich selbst besser zu fühlen. Ich habe bereits zweimal keine Vertragsverlängerung bekommen wegen meinem Aussehen. „Das ist unvorstellbar!“…Leider ist es die Realität. Man könnte es ein wenig mit Rassismus vergleichen, allerdings nur wenn man es hart ausdrücken will. Es gibt eben die Norm und ein paar anders farbige Punkte , die nach und nach aussortiert werden. Die ganzen Jahre wurde ich zu dem Ratho über den hier lesen könnt. Es war wirklich keine einfache Reise und ich habe viele Tränen verloren und mich oft gefragt ob es nicht einfacher wäre „normal“ zu sein. Ich habe es verflucht schwul zu sein und habe mein Aussehen gehasst. Mein Aussehen, das ist mittlerweile sehr praktisch und öffnet mir ein paar Türen in der Welt der Kreativität. Unisex. Unisex im Gesicht zu sein ist bei Fotografen gefragt und es macht Spaß an manchen Tagen besser geschminkt zu sein, als die Nachbarin von nebenan.

In meinem neuen Job ist es auch nicht einfach, allerdings dachte ich auch das ich stärker wäre. An gewissen Stationen in seinem Leben will die Psyche mehr, als der Körper noch ertragen kann. Früher habe ich viel Frust-fressen gemacht und mich versucht dadurch selbst zu „fühlen“…Heute höre ich viel Musik und schreibe meinen Blog, teile meine Ängste und Gedanken mit euch. In letzter Zeit bin ich immer öfter krank und es kommt von zuviel Stress, dass meint mein Arzt. Stresse ich mich wirklich? Sagen wir es so, ich dachte ich kenne schon Mobbing am Arbeitsplatz aber es gibt doch immer wieder etwas neues.

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Ich bin `ungewollt‘ eingestellt worden und habe zudem meine Prüfung mit Bravour gemeistert. Meine Kollegen mögen mich auch alle ganz gern und man kennt mich schon seitdem ich ein kleiner Ratho bin. Ich habe nie gedacht, dass ich mal bei diesem Unternehmen arbeiten werde.  Das ganze passt einem gewissen Herren überhaupt nicht und somit setzt er alles in Bewegung um mich rauszuekeln. Ratho schreibt eine E-Mail bekommt keine Antwort – Kollege schreibt die selbe Mail und bekommt eine Antwort. Ratho hat seine Ä-Schichten besetzt andere Kollegen haben sie immer frei. Es ist wie in einer zwei Klassengesellschaft. Ich kann hier gar nicht alle Beispiele sonst würden mein Eintrag noch länger werden.

Ich bin ein Kämpfer, allerdings will und kann man irgendwann auch nicht mehr kämpfen. Jeder kennt doch solche Situationen….Es geht nicht nur um Mobbing, allgemein. In unserem Leben muss man mittlerweile um jedes Stück Anerkennung betteln oder kämpfen. Niemand schenkt dem anderen mehr etwas ohne etwas zurück zu erwarten. Wir Menschen arbeiten uns selbst auf, wir versuchen uns besser zu fühlen indem wir andere Mitbürger verurteilen oder uns erfreuen, wenn sie sichtlich verletzt sind.

Wo fängt Mobbing an?
Mobbing fängt bereits in der Schule an und verfolgt uns ein Leben lang….Es gibt zwei Seiten der Medaille, die einen die stark sind und Mobben und die „Schwachen“, die sich mobben lassen. Ich sehe das etwas anders…. Die schwachen sind die, die mobben. Die sich nur in einer Gruppe „stark“ fühlen und sich daran ergötzen, wenn es anderen Menschen schlecht geht. Die „Opfer“ sind keine Opfer sondern die Starken, die Kämpfer…Die Kämpfer, die auch mal weinen und nicht mehr weiter wissen. Die manchmal auch leider keinen anderen Ausweg mehr sehen und sich vom Leben trennen. Sie nehmen sich das Leben, weil andere Lebewesen ihnen unendlichen Schmerz zugefügt haben durch einfach Worte und Taten. Es sind nicht immer Verletzungen die man sieht, die schmerzhaft sind. Die inneren, seelischen Wunden sind viel tiefer und schwerer zu heilen. Jeder sollte nach Hause kommen und dort sein tägliches Schutzschild ablegen und sich geliebt fühlen…egal von wem!

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Ich möchte mich auch hier nochmal bei meinen Freunden bedanken, die immer hinter mir gestanden sind und stehen. Ihr seid mein Zuhaus und bei euch bin ich Ratho und nicht irgendwer der komisch aussieht und eine schrille Lache hat….=) Danke für alles! Ihr müsst ja auch oft meine Laune ertragen, wenn ich genervt bin oder „ausflippe“ wenn jmd heimlich Bilder macht….=) Ohne euch würde es kein WIR geben, ohne euch würde ich mein Zuhaus nicht spüren und nur wir sind zusammen Zuhaus.

Wie immer würde ich mich über ein LIKE BEI FACEBOOK FREUEN – EINFACH HIER KLICKEN!!!!

Euer Ratho oder auch Rathi ❤

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Löwen und Lämmer.

Hallo ihr da draußen,

ich hoffe ihr habt die letzten Wochen alle gut überstanden und seit nicht krank geworden.
Rathi hat es mal wieder erwischt, allerdings ist das ja nichts neues.
Ahh und ich möchte auch einmal ein „Hello“ nach Amerika schicken!!

Unsere Zeit ist so schnelliebig und auch oft belanglos geworden.
Ich bin kein typischer Blogger der über jede Kleinigkeit schreibt.
Vielleicht bin auch kein Blogger sondern nur ein Mensch der sein Leben mit euch teilen möchte….
Was bringt es uns, wenn ich hier schreibe das ich gestern gekocht habe oder ich ausgerutscht und hingefallen bin? Nichts!
Ich schreibe viel lieber über Dinge die mich bewegen und auch andere Menschen nachvollziehen können. Gefühle…

Gestern noch ein tragisches Unglück und heute sind sie alle zum Alltag zurück gekehrt und sie beschweren sich über 5 Minuten Verspätung…
Kinder haben ihre Eltern verloren und Mütter ihre Männer.
Die Menschen nehmen ihre Umwelt gar nicht mehr richtig wahr.
Egomanen überall auf der Welt. Ich verzeihe, natürlich fühlen Sie auch mit.
Sie stellen sich in den nassen Nieselregen unter Menschen, die wirklich trauern, um dabei gewesen zu sein. Egozentrische Mitläufer die ihre Sensationslust stillen um danach sagen zu können :“ Ich bin dabei gewesen…es ist so schrecklich!“.

Man kann von solchen Menschen halten was man möchte, allerdings steht meine Meinung eindeutig fest: Abfall!
Wie kann man sich zwischen leidenden Menschen profitieren und sich seine Bühne zur Selbstdarstellung suchen?!
Wie auch immer, dieser Blogeintrag hat mich einige Überwindung gekostet und ist womöglich einer meiner persönlichsten, verletzlichsten und auch sentimentalsten Einträge die ich hier schreiben werde.
Man kann ein Opfer in vieler Hinsicht sein, allerdings kann jedes Opfer sein weiteres Leben selbst in die Hand nehmen.
Es werden Hände entgegen gestreckt die man Anfangs ablehnt, obwohl sie dir am Ende doch das Leben retten! Du hast das Gefühl alleine zu sein, unverstanden, du bist wütend, du bist beschämt….

Man hat das Gefühl, als würde der Boden unter den Füßen weggerissen werden und man hält sich an einem Stück des „alten – glücklichen“ Lebens fest.
Kurz bevor man in die tiefe fällt, packt einen diese rettende Hand und man wird aufgerüttelt.
Will man sein Leben wirklich einfach so beenden, weil jemand anderes es zerstört hat?
Wie soll man es machen ohne das es weh tut!? Einfach gegen einen Baum fahren und hoffen das man nie mehr die Augen aufmacht?
Wie ist es wohl alles von oben zu sehen? Nah zu sein und doch ganz weit weg?!
Gibt es Engel?

Ich bin in ein tiefes schwarzes Loch gefallen…
Damals bin ich noch zur Schule gegangen und habe nebenbei bei einem großen Unternehmen gearbeitet.
Tanzen war meine große Leidenschaft und ich wurde entdeckt und gefördert. Danke! Danke für die unzähligen Stunden und die Geduld an alle die mir geholfen haben!
Meine Eltern wissen bis heute nicht, dass ich das alles durchgezogen habe und Verträge abgeschlossen habe. Die kleinen Jugendsünden eben…
Kleine Sünden die sofort bestraft werden…bei mir wurden sie erst ein paar Jahre später bestraft.

In der Schule wurde ich oft gemobbt, weil ich eben anders war als die anderen Kinder. Ich war ein Stadtkind. In München bin ich aufgewachsen und auf dem Land habe ich mich bis heute nie gesehen. Anders zu sein, sich selbst zu finden unter den ganzen Stimmen, die dir sagen was richtig und falsch ist. Nein, es war nicht einfach!
Im Tanzen und im „Showbusiness“ habe ich mich willkommen gefühlt und umarmt.
Nach der Schule musste ich trainieren, vor der Schule Termine koordinieren und schlafen sollte ich eigentlich in der Nacht auch.

Ich hatte ein wunderbares Team um mich herum, die sich gesorgt haben und mir fast jeden Wunsch erfüllt haben.
Einer Freundin konnte ich durch ein einzigstes Telefonat einen Traum erfüllen.
Sie hat es mir erst wieder vor kurzem erzählt! Bibi, du bist einfach süß!
So glücklich ich nach außen schien so unsicher war ich innerlich!
Habe ich wirklich das richtige gemacht?
„Mein Name soll nirgends auftauchen!“ – das war meine Bedingung!
Je weniger Angriffsfläche es gibt, desto besser!
Ich habe alles alleine entschieden, hatte niemanden von meinen Eltern an der Seite!
Meinen ersten Freund, einen Background-Tänzer, habe ich ebenfalls kennengelernt und habe mich „unsterblich“ in ihn verliebt.

Ich wollte mein Leben nicht mehr.
Es war nichts wert. Ich war nichts wert.
Wertlos ging ich auf die Straße und verlor mich selbst.

Schritt für Schritt wuchs ich in die viel zu großen Schuhe hinein.
Step by Step habe ich jedes Ziel erreicht und wuchs über mich hinaus.
Der Preis war meine Gesundheit an machen Tagen und der Spott der Mitschüler…
Doch wem sollte ich meine Probleme sagen? In Süßigkeiten und meiner Stylistin fand ich Freunde. Meine Klassenkameradinnen wussten mittlerweile auch bescheid und ich bekam Rückendeckung. Danke an euch! (Martl, Natascha, Yvonne, Nora, Ivi, Manu)

Der Druck wurde immer größer…
Mein erster Freund betrog mich immer und immer wieder, allerdings habe ich ihn nie verlassen. Ich war der Meinung, dass ich so jemanden nie mehr abbekommen würde!
Haha, Ratho du warst sooo dumm!
Ich hätte mir gewünscht, dass jemand mir die Augen geöffnet hätte.
Ein Spiegel, ein leerer Tanzsaal und Ich.
Der Saal war leer! Ich war leer, kaputt und traurig.
„Wo ist dein Lachen hin?“ ich wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Mein Team bemühte sich um mich und ich fand langsam aber sicher einen Weg aus der dunklen Leere, die mich umgeben hatte. Bevor ich noch tiefer in diese leere stürzen sollte.

Meine Eltern wussten die ganze Zeit gar nichts von meinen „Aktivitäten“.
Sie wissen es bis heute noch nicht einmal.
Ein Scheidungskind! Meine Mathelehrerin stellte mich vor der Klasse bloß: „Nur weil du Probleme Zuhause hast…ist es keine Entschuldigung deine Sachen nicht dabei zu haben! Jeder hat Probleme!“
Sie hat Recht, allerdings sah ich das damals ganz anders und fühlte mich plötzlich so nackt und verloren. Ich stürmte aus der Tür und brach in Tränen aus!
Ich musste aufhören ständig zu arbeiten, ständig mein Herz zerbrechen zu lassen und auf Abstand zu allem gehen.
Ich trennte mich von einem Freund.

Meine Verträge sind zu diesem Zeitpunkt erst um zwei Jahre verlängert worden und es gab auch noch Tourvorbereitungen und es machte den Anschein, als würde ich endlich in`s Rampenlicht treten. Das hässliche Entlein wird doch noch zum Schwan…!Das war mein Wunsch, der nicht in Erfüllung ging! Ich wollte es den ganzen „coolen“ Schülern zeigen, die mich immer als fette Schwuchtel beschimpften

Es war ein schwüler Tag und ich war so müde, dass ich im Bus schon eingeschlafen bin. „Wir sind da, Ratho!“. Wo wir waren?
Bayrischer Hof. Fitting. Mein Team war heute nicht vollständig.
Meine Stylistin und mein „zweiter Chef“ waren dabei. Ein Fehler…
Die Klamotten waren wunderschön und ich fühlte mich wohl, weil ich mit diesen Menschen quasi aufgewachsen bin.
Eine Kollegin wurde zu einer meiner besten Freundinnen! Es war sowieso immer ein eher familiäres Umfeld, als ein hartes Regime.
Wir lachten. Wir machten Spaß.
Ein Outfit nach dem nächsten…und meine Laune sank mit jeder Stunde. Es war einfach zu warm…

„Ich gehe kurz telefonieren!“, dass war der letzte Satz und die Tür ging zu.
Ich setzte mich zu meinem „Onkel“, so nannte ich meine zweiten Chef, aufs Bett.
Was dann passierte möchte ich um ehrlich zu sein nicht genau schildern.
Es fühlte sich falsch an.
Bis heute verstehe ich nicht wieso er das getan hat.
Jeder einzelne Atemzug streift bis heute meinen Hals…
Jedes Wort hallt in meinem Körper, als würde er neben mir stehen.
Jeder verfluchte Traum, jede Nacht hat es mich verfolgt und es verfolgt mich immer noch.
Ich spüre seine Haut auf meiner und am liebsten würde ich sie wegschneiden, weil es mich so anekelt.

Er ist ein Familienvater gewesen. Verheiratet.
Jeden Tag schießen mir Bilder in den Kopf. Egal wo und egal wann!
Sie kommen einfach und schreien mich in meinem Kopf an und lachen mich aus.
Man möchte schreien und man kann nicht…es ist enttäuschend!
Man gibt sich selbst die Schuld und sucht die Gründe. Warum? Warum Ich?
Ich bin selbst schuld, hätte ich nicht so getanzt oder hätte ich ihn nicht umarmt.
Man verliert jeglichen Respekt vor sich selbst und schämt sich.

Ich bin aus dem Zimmer gelaufen, weinend und zerstört.
Wieso war ich plötzlich so schwach und stumm?
Mein Traum war zerstört, mein Leben war zusammen gefallen wie ein Kartenhaus.
Da stand ich nun vor dem Kaufhaus in dem meine Oma mit mir immer einkaufen gegangen ist. Meine Wimperntusche verschmiert, meine Augen rot, weinend…
Jeder Blick, jede Person wusste was passiert ist. Sie Urteilten über mich. Ich bin eine Schlampe. Ich bin Schuld.
Das waren die Gedanken die mir in den Kopf schossen. Die Schmerzen bemerkte ich erstmal gar nicht.
Meine Freundin, die Stylisitin, die mich allein gelassen hat, wollte mich in den Arm nehmen.
In diesem Moment konnte ich keine Nähe ertragen.
Ich kratzte vor Ekel meinen Arm blutig. Ich wollte nur heim und alleine sein.

„Was ist passiert?“ ich höre diese Frage, als wäre es gestern gewesen.
„RATHO REDE MIT MIR!“… was soll ich sagen?
Ich hatte keine Gedanken, ich habe nur ein Gefühl von Ekel und Schuld in mir.
Vielleicht hätte ich sofort zur Polizei gehen sollen, allerdings wollte ich das selbst regeln.
Das Leben musste weiter gehen…
Wie soll mein Leben weitergehen?
Ich wusste es nicht!
Nach ca einer Woche hatte ich mich doch entschlossen eine Anzeige aufzugeben.
In dieser Zeit habe ich völlig den Bezug zur Realität verloren, ich hatte kein Zeitgefühl und konnte nicht mehr entscheiden was gut und was schlecht ist.
Für mich war alles schwarz und schlecht.
An allem war ich schuld!

Ich hatte Verträge zu erfüllen und meine mittlere Reife zu schreiben!
In der Schule war ich abwesend und brach in Tränen aus. Tanzen konnte ich nicht mehr, weil ich mich geschämt habe.
Tanzen hat mich immer glücklich gemacht…sogar das hatte ich verloren.
Die Blicke klebten an mir, es fühlte sich so an, als wäre die ganze Welt gegen mich und wüsste was passiert ist.
Den „Onkel“ sah ich bei unserem Meeting wieder und ich war stark.
Ich habe durchgehalten und bin erst in den Armen meiner Freundin in unserer Garderobe schreiend und weinend zusammengebrochen.

Seine Anwesenheit machte mir Angst!
Seine Blicke waren anmaßend und ekelhaft.
Er war mir so nah, obwohl er nicht bei mir war.
Jede Nacht durchlebte ich jede einzelne Sekunde wieder und wieder.
Meine Tage waren wie Spießrutenläufe.
Meine Angst brachte mich um den Verstand. Die Wut auf mich selbst machte mich verrückt und die Scham verletzte mich.
Ich wollte alleine sein. Für immer.
Die Briefe, die ich schrieb zu meinem Abschied habe ich bis heute noch in meiner Kiste.
Die Polizei, der Richter und mein EX sagten ich wäre selbst Schuld. Ok. Sie haben es nicht wortwörtlich so gesagt, allerdings war es am Ende nicht „Onkels“ Schuld.
„Du bist eine Schlampe“, sagte der Background-Tänzer zu mir.
Ich wusste nicht ob er recht hatte.

Soll das alles gewesen sein?
Ein Mensch hat mir mein Leben genommen, ich wollte es nicht so!
Ich wurde immer zynischer und mein Verhalten wurde unausstehlich.
Diese scheiß Verträge, diese scheiß 2 Jahre, dieser Scheißkerl.
Jeder Versuch aus meinen Verträgen zu kommen scheiterte an kleinen Klauseln.
Anfangs arbeitete ich noch und versuchte stärke zu zeigen.
Niemand sollte merken wie es mir wirklich geht. Das Getuschel umging ich. Die Spekulationen interessierten mich nicht.
Seine unaufhörlichen Anspielungen und Andeutungen ließen mich in der Arbeit kalt.

Zuhause angekommen.
Musste ich sofort duschen, stundenlang.
Die selben Fragen stellte ich mir ununterbrochen.
Meine Augen waren geschwollen, ich konnte nicht mehr weinen.
Ich war einsam. Ich sah einfach keinen Sinn mehr!
Was soll mein Leben für einen Sinn haben, wenn die eine fremde Person einfach deinen Körper nimmt.
Die Entscheidung über das erste mal einfach ein anderer trifft.
Was denkt wohl seine Frau und seine Kinder!? Wissen sie, wie widerlich und ekelhaft ihr Mann ist? Lachen sie über mich?

Ich wollte mein Leben nicht mehr.
Es war nichts wert. Ich war nichts wert.
Wertlos ging ich auf die Straße und verlor mich selbst.
Ich habe mich durch München „oral-verkehrt“!
War doch alles egal, jeder dachte ich bin eine Schlampe.
Ich wurde extrem. Ich probierte alles aus…
Ich versuchte etwas zu fühlen. Mich zu fühlen. Die leere zu füllen.
Meine Selbstachtung war am Boden und ich versuchte mir irgendetwas zu beweisen.
Meine Stylistin fühlte sich schuldig, weil sie mich alleine gelassen hat.
Bis heute beschäftigt sie das ganze…manchmal sogar mehr als mich!

Ich brach die Verträge ab und bekam Strafen.
Das Geld, das ich bezahlen musste hat mir meine Freundin und mein EX gegeben.
Es war nur ein Anteil an dem Berg von Schulden.

Die Stärke wurde immer mehr zur Schwäche.

Ich war nicht mehr ich selbst.
Ich war gefangen in meiner Traurigkeit, in meiner Wut, in meiner Verzweiflung und in meiner eigenen Scham.
Das Gefühl kann man nicht beschreiben. Ich habe mich selbst gehasst.
Ich habe mir die Schuld gegeben.
Eigentlich war ich das Opfer. Ich bin das Opfer!
Opfer! Es ist ein hartes Wort, das oft falsch verwendet und verstanden wird.

„Opfer sind meistens schwach und allein.“
Ich war nie alleine und ich im nachhinein war ich auch nicht schwach.
Meine Eltern in das ganze nicht einzuweihen ist und war die beste Entscheidung.
Es reicht schon, dass ich mir Sorgen gemacht habe.
Schwach ist nur die Person, die eine andere zum Opfer macht!
Er war schwach, weil er mich einfach benutzt hat um seine Lust auszuleben.
Er hatte nie an die Konsequenzen für mich gedacht…
“ Dir gefällt es doch auch!“, meine Tränen müssten ihm gezeigt haben, dass es mir nicht gefallen hat.
Ich habe die Schuld immer an mir gesucht und ich suche sie heute auch manchmal noch an mir.
Es ist ein langer Weg und ein verdammt schwerer Weg.

„Ich liebe dich, ich kann ohne dich nicht leben!“
„Du hast mein Leben zerstört! Du kannst von mir aus verrecken!“
Das waren die letzten Worte.
Die letzten Worte und das letzte mal das ich ihn gesehen habe.
Sein Herz hörte danach auf zu schlagen.
Ich habe unseren Kampf gewonnen und er wurde innerlich aufgefressen von seinem schlechten Gewissen.
Ich war die letzte Person die er gesehen hat. Ich war die Person, die ihn zu Fall gebracht hat. Er war die Person, die ich mein Leben lang nie vergessen werde. Er war der Mann, der mich zum Opfer gemacht hat. Er hat mein Leben zerstört und Ich habe es wieder aufgebaut, allerdings fehlen bis heute ein paar Teile um das Bild perfekt zu machen.

Ich schäme mich an manchen Tagen und fühle mich unwohl.
Selbstzweifel überkommen mich…
Weine und Träume von dieser Zeit, von diesen Minuten, von seiner Stimme, von dem Gefühl seiner Haut.Ich sehe seine Augen vor mir und höre sein atem. Ich schrecke nachts auf und bin froh das es vorbei ist.
„Hast du kein schlechtes Gewissen, du hast meine Vater auf dem Gewissen!“…

Nein! Er hat diesen Fehler gemacht und es war seine Entscheidung den einfachen Weg zu gehen. Manchmal zweifel ich daran, denke das ich vielleicht doch schuld habe. Am Ende des Tages bin ich es aber nicht!
Ich wollte vor ihm gehen, allerdings hat mich eine starke Hand gerettet.
Eine andere starke Hand hat mich auch ermutigt diesen Schritt zu gehen.
Mein Traummann und EX-Freund (nein, nicht der Tänzer!), wir hatten viele Badewannen-Gespräche und ich lag oft in seinen Armen und fühlte mich endlich zuhause und sicher.
Viele können nicht nachvollziehen, wieso es mir so schwer fällt zu vertrauen.
Mich komplett dem anderen hinzugeben. Die Kontrolle aus der Hand zu geben.
Sobald ich die Kontrolle verliere, ziehe ich mich zurück und bekomme Angst.
Die Bilder kommen schlagartig zurück und ich flüchte.

Wieso schreibe ich darüber?
Ich hatte ein Date und ich habe die Kontrolle verloren und ich bin geflüchtet.
Er wurde grob und hat mein „NEIN“ nicht akzeptiert.
„Stell dich doch nicht so an!“…
In diesem Moment kam alles zurück.
Die Angst, die Scham, die Wut, der Hass, die Einsamkeit und die ewige Schuldfrage.
Das Opfer, das ich nie sein will kam aus mir heraus.
Ich musste an meinen EX-Freund denken und wie sehr ich ihn geliebt habe und wie sehr er mir gezeigt hat….was es heißt Respekt und Liebe zu erfahren.
Ich habe neu gelernt zu lieben und zu vertrauen….

Ich weiß, dass ist kein lustiger oder üblicher Blogeintrag und viele Menschen wollen über so ein Thema nicht reden, allerdings finde ich es wichtig.
Es gibt viele Menschen, die das selbe durchlebt haben. Die niemanden hatten und allein gewesen sind.
Man darf sich nicht hinter dem Wort „Opfer“ verstecken und vergessen wie schön das Leben sein kann.
Ich hatte es vergessen und wollte mein Leben nicht mehr leben.
Diese eine Hand hat mich aus dem Loch gezogen und mir gezeigt, dass es nach der Traurigkeit und Verlorenheit doch noch bunte, blumige Wiesen gibt.
Selbst wenn manche Kapitel der Vergangenheit schwarz sind, haben diese auch etwas gutes an sich.
Jede Medaille hat zwei Seiten. Opfer und Täter.

Danke Daniel. Danke für alles, für deine Freundschaft, Liebe und deine Hand die mich immer hält.

Danke Mutti S, du bist eine tolle Frau! Wir sind eine Faust! Love you.=)

Ich liebe Dich! – M
Du hast mir gezeigt, dass ich lieben kann und vertrauen. Du hast gekämpft und mich fallen lassen. Ich werde dir immer dankbar sein dafür.

Sodala das wars dann mal….
Ratho

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24. Silvester

Hallo meine Schnee-Eulen,

ich wünsche euch allen noch ein wunderbares, tolles, supergeiles, affenobertittenhammerpussyhaftes neues Jahr!! Ich hoffe ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und ich möchte mich erstmal bei euch entschuldigen! Sorry, dass ich so lange nichts mehr geschrieben habe! Bei Facebook habt ihr mich dafür gesehen und gehört! =)

Silvester ist sooo toll! Wuhu!

Die Ironie, sie ist kaum zu überlesen. Silvester! Neues Jahr! Die selben Fratzen, die dir ins Gesicht lachen und hinter deinem Rücken dein ganzes Leben „vollscheißen“. „Haha, gutes neues Jahr! Komm in meine Arme!“

Sehe ich so aus, als würde ich in deine Arme wollen? Sehe ich so dumm aus, dass ich nicht weiß wie du von mir denkst? Meinst du, der glitzernde Himmel und die Flasche Sekt, die ich bereits runtergespült habe, lassen mich deinen Charakter vergessen. Hmm, NEIN!

Weihnachten und Silvester sind so Tage die ich nicht unbedingt in meinem Leben bräuchte…! Weihnachten vielleicht wegen den Geschenken und Silvester damit ich bei meinem besten Freund feiern kann…aber ansonsten drehen doch alle Leute durch! Dieses Gerede von „im neuen Jahr wird alles anders/besser“.Manche Personen sind wirklich der Meinung, dass wenn man den Himmel in Farben taucht und betrunken jedem und allem um den Hals fällt alles besser wird!

Ich bin der Meinung, dass es genauso bleibt wie im Jahr davor! Gefühle bleiben, Schmerzen auch und der EX bleibt der EX. An Silvester fühle ich mich oft alleine, obwohl ich jedes Jahr aufs neue wunderbare Menschen um mich herum haben darf. Die Sehnsucht, die mir langsam aber sicher gegen 0:00 Uhr den Hals zuschnürt und die Angst vor dem was wohl das nächste Jahr bringen mag, macht mich verrückt. Ich setze meine Maske auf und stehe allein zwischen verliebten Pärchen und schaue in den Himmel und sehe in jedem Lichtschein einfach nur Ihn. Du kannst so oft abgeschlossen haben und doch wirst du von deinen Gefühlen überrollt wie von einer riesigen Welle. Ein Tsunami aus Sehnsucht, Hoffnung und Einsamkeit.

Mein Silvester ist Adele`s Album 25…. =)

Doch dann nimmt mich mein bester Freund in den Arm und es ist alles vergessen. Ich glaube jeder von euch hat eine Person, bei der man keine Angst haben muss zu weinen, sich angezogen nackt fühlen kann und Blicke mehr sagen, als Wörter. Mein bester Freund und ich könnten Blind sein und wir würden trotzdem die schönsten Bilder sehen. Jedes Jahr aufs neue sind wir Silvester zusammen und stellen uns nur eine Frage: „Wieso?“

Wieso, denken alle Menschen das es plötzlich alles besser wird? Wieso, muss gerade dieser Abend immer so seltsam sein? Wieso zur Hölle ist nicht diese eine Person jetzt bei mir!!?? Wieso, finden wir keine Antworten auf unsere Fragen?! Nachdem man zum gefühlten tausendsten mal „Cheers“ gelallt hat, greift man zu seinem Handy. Der erste Fehler im neuen Jahr! Mein SMS-Verlauf:

„Hey, ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr“ ( SMS 01:14)

„Kannst du mich nicht einfach lieben“ (SMS 04:50)

„Ich hasse dich“ (SMS 05:13)

Nein, natürlich kam keine Antwort. Ihr kennt doch das sicherlich auch? Man ist ein wenig angetrunken und man schreibt seinem EX Nachrichten über Whatsapp und SMS. Ich kopiere meistens die SMS und sende sie nochmal per Whatsapp! Nur um sicher zu sein, dass er sie auch wirklich bekommen hat! Es ist eigentlich so armselig und zeigt aber auch wie sehr man doch noch an ihm hängt und ihn nicht gehen lassen will.

Ich habe kein Problem damit wenn eine Beziehung zu Ende geht, allerdings ist für mich das schlimmste wenn man danach nicht mehr miteinander reden kann. Ignoranz ist für mich die schlimmste Strafe. Wieso? Meine Mutter hat das früher auch immer gemacht, wenn ich einen Fehler gemacht habe und sie tut es bis heute noch. Wir haben gar keinen Kontakt miteinander! Zum Geburtstag und zu Weihnachten eine Karte – mehr auch nicht!

Ihr vertraut euch in einer Beziehung eurem Partner zu 100 Prozent an und dadurch kann er einen zerstören. Er kennt unsere Schwächen und unserer Ängste und genau diese spielen sie bei einer Trennung aus! Komischerweise, weiß ich es und trotzdem bin ich so dumm und lasse mich immer wieder verletzen….

 

Hauchi

 

Nun ja kommen wir wieder zu den Lichtern im Himmel und die Leute die man plötzlich in einem ganz anderen Licht sieht. Ich habe jemanden vor Jahren kennen gelernt und er war seitdem in meinem Leben. Er war mir ein Begriff, ich wusste über wen gesprochen wird und wie er aussieht. Ich konnte ihn nicht richtig einschätzen und wusste nicht ob ich ihn mag oder nicht. Doch plötzlich hat es „Klick“ gemacht und man lässt sich ein bisschen mehr auf die Person ein und muss feststellen, dass sie doch nicht so scheiße ist wie man gedacht hat. Wisst ihr was ich meine? Es ist wie wenn man sagt „Ich hasse Kinder Bueno!“ ohne es vorher probiert zu haben. Ich habe ihn leider nicht probiert, allerdings glaube ich er würde fast so gut schmecken wie ein Kinder Bueno =)

Silvester ist ein Tag in unserem Leben wo wir uns neue Vorsätze nehmen! Wir wollen unsere alten Macken hinter uns lassen, die Liebe finden oder behalten und glücklich sein. Sollten wir nicht das ganze Jahr ehrlich sein und uns nicht aufgrund von überteuerten Raketen dazu bewegen lassen? Ich frage mich manchmal wirklich ob gewisse Menschen nach Silvester noch in den Spiegel sehen können ohne sich zu schämen, weil sie so falsch und hinterhältig ins neue Jahr gestartet sind. 24 Jahre habe ich jetzt das Schauspiel angeschaut und seit ungefähr 5 Jahren habe ich einen Seelenverwandten mit dem ich fast jedes Silvester weine und im selben Moment anfange zu lachen.

Der Soundtrack dieses Abends und meines Jahres ist wohl 25 von Adele…Ich glaube das sagt alles. Liebe, Verlust und Angst….Spaß und Trauer! Man kann nicht immer seine Maske aufziehen und strahlen, manchmal muss man eben auch sein wahres Gesicht zeigen und sich Fehler eingestehen. Liebt man wirklich die richtige Person oder ist es nur die Angst vor der Gesellschaft und den Fragen,wenn man endlich zu sich selbst steht?! Die Gesellschaft, die uns erzählt das wir tolerant sein sollen gegenüber den neuen Bürgern in unserem Land. Die neuen Bürger, die an so einem Abend das Leben mancher Menschen zur Hölle machen aus der sie gekommen sind. In diesem Sinne „Hello, from the other Side“….

So das war es vorerst auch schon…Liked doch meine Seite bei Facebook einfach HIER KLICKEN!!!

Euer Rathi ❤

 

 

 

Weihnachtskremlins

Hallo meine lieben,

ich hoffe es geht euch allen gut! Ich bin wieder ein wenig fitter und habe alles mit Antibiotikum bekämpft. Meine Haut ist dadurch so rein und zart, wie ein Babypopo….?! Wie auch immer…es ist Weihnachten! Wuhu.

Ich möchte heute etwas über die „stille“ Zeit schreiben und das Verhalten der Menschen in meiner Umgebung.

Weihnachten! Das Fest der Liebe, der Geschenke und der Nahrungsergänzungsmittel…sowie richtigen Schlemmereien! Jedes Jahr das selbe und jedes Jahr aufs neue so nervenaufreibend und stressig. Da gibt es die “ Weihnachtselfen“, die bereits Ende November mindestens 5 Schachteln Lebkuchen und Spekulatius gegessen haben und die Beleuchtung ihres Hauses, die Straßenlaternen ersetzen könnten. Sie lieben Weihnachten und die „stille“ Zeit. Diese Menschen posten sofort auf Facebook wenn ein Schneeflöckchen den Himmel herunter segelt. Sie posten Countdown-Hashtags bis Weihnachten!

#24Days #Christmas #LovemyFamily #presents #christmastree #snow

Ich muss sagen, solche Menschen beneide ich nicht! Sie machen heimliche „Schneetänze“ und haben vor Weihnachten schon 5 Kilo mehr auf der Waage (haha abgesehen davon habe ich immer 5 Kg mehr auf der Waage XD)…Nicht zu vergessen die albernen Weihnachtsmützen! Die sich jeder mindestens einmal in seinem Leben aufsetzt um festzustellen, dass sie einfach nur auf der Kopfhaut jucken. Der 1 Euro ist meiner Meinung sogar zu teuer um eine juckende Polyester-Weihnachtsmütze zu haben. Viele Leute lieben solche kitschigen Dinge und ich finde es auch wirklich süß, wenn jemand so viel Leidenschaft in so ein Fest steckt.

Leidenschaft! Das fehlt mir eindeutig in Bezug auf Weihnachten! Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, es ist wirklich jedes Jahr genau das gleiche. Ok…es wird immer schlimmer! Männer gehen wie immer viel zu spät die Geschenke einkaufen und Frauen schlagen sich durch den Sommerschlussverkauf bis zum 24. Dezember durch die Läden um das perfekte Geschenk zu finden. Die Geschenke werden meistens immer teurer und unpersönlicher. Unterwäsche ist meiner Meinung nach auch kein „persönliches“ Geschenk, wie mir letztes mal erst jemand klar machen wollte.

Nur weil mein Partner diese Wäsche vielleicht trägt, ist das Geschenk doch nicht persönlich? Männer kaufen Frauen Dessous, weil sie dadurch erregt werden und sie ihren eigenen Höhepunkt zu Weihnachten suchen. Frauen schenken Schlüpfer, damit ihr Kerl den großen Models der Plakate ähnlich sieht. Sixpack oder Bierfass…hauptsache eine Calvin Klein Buchse an.

 

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Es sollte eine besinnliche Zeit sein, allerdings mutieren die meisten Menschen unserer Erde in kleine böse Kremlins! Es ist nichts zu spüren von angeblichen Nächstenliebe und einem Weihnachtlichen-Gefühl. Jeder will alles sofort haben, keiner will warten und wenn dann auch noch etwas ausverkauft ist, bricht eine Welt zusammen. Es explodieren Bomben und es werden Kriege im eigenen Kopf ausgetragen. Die letzte Rettung ist das Internet. „Sichere Lieferung bis Weihnachten!“ – dass sollte man mal der Post sagen. Heiligabend ist nicht erst am 27.Dezember. Man klickt panisch auf die Paketverfolgung und stellt fest, dass man ohne Geschenk dastehen wird. Aggressiv stürmt man in die nächste U-Bahn und versucht seine Wut an einem Verkäufer seiner Wahl heraus zulassen.

Wie ich darauf komme? Ich habe lange genug im Einzelhandel gearbeitet und es am eigenen Leib spüren dürfen.

Die Kremlins wühlen und schieben sich durch überfüllte Christkindlmärkte und trinken ein oder zwei Tässchen Glühwein ,für 4 Euro die Tasse,und wundern sich am Ende des Monats wo das Geld hingekommen ist. Das ganze Shopping und die seelischen Anstrengungen führen zu übermäßigen Verzehr von Süßigkeiten und Bratwürsten. Die ständig trällernden Christmassongs von Mariah Carey und Wham haben sich schon so in unsere Ohren gefressen, dass uns die Interpreten wie beste Freunde erscheinen. Das Fernsehprogramm an Heiligabend beschränkt sich auch wie jedes Jahr auf Wiederholungen oder Actionfilme. „Das letzte Einhorn“ , der Film meiner Kindheit, wird natürlich auch wieder einmal ausgestrahlt.

Kremlins auf der Jagd!

Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass es nach Weihnachten nie wieder etwas zu essen geben wird. Lebensmittel werden gekauft, sie werden regelrecht gejagt. Es wird eingekauft, als würde es kein morgen mehr geben. Die Schlangen an den Kassen werden immer länger je näher Tag X rückt. Er ist DA! Der TAG! WEIHNACHTEN! Die Läden werden nochmal gestürmt. Sie scharren schon mit ihren Füßen vor den Glastüren damit sie das beste Stück Fleisch bekommen und die vergessene Flasche Wein noch ergattern können. Die einen versuchen das beste Stück Fleisch zu ergattern und bei einigen Weihnachtsfeiern frägt man sich hinterher mit welchem besten Stück man eigentlich geschlafen hat.

Vielleicht merkt man mir meine Abneigung gegenüber Weihnachten an, dass ist auch völlig ok.

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Ich gehöre zum anderen Teil der Bevölkerung. Quasi der „Grinch-Armee“, die Weihnachten nicht besonders toll finden und den ganzen Hype nicht verstehen können. Als ich noch ein kleiner Rathi war, fand ich Weihnachten immer toll! Wir haben einen tollen Christbaum gehabt und immer wenn das Christkind kam hat eine Glocke geläutet und ich durfte ins Wohnzimmer und meine Geschenke auspacken. Es war wie bei jedem nehme ich an. Ihr kennt doch das auch noch, oder?

Glocken und Geschenke….vielleicht hab ich das bis heute in andere Aktivitäten mitgenommen.
Lassen wir mal die Glocken leuten^^

Mittlerweile haben wir weder einen Weihnachtsbaum noch einen Adventskranz! Ich habe nur jedes Jahr einen Adventskalender und das reicht mir auch! Hauptsache etwas süßes für mich =)! Weihnachten und diese ganze mediale Gehirnwäsche nervt mich einfach tierisch. Ich meine, ist Helene Fischer das Christkind? Heiligabend ist jedes Jahr, allerdings lernen die Kremlins nie dazu! Es ist als würde man als Kind immer und immer wieder auf eine heiße Herdplatte fassen. Sie wüten, sie jagen, sie sind noch unfreundlicher und die Eigenschaft „Geduld“ kennt niemand mehr. Jeder will sich übertrumpfen und versucht durch einen Instagram-filter alles noch besser aussehen zu lassen. Vielleicht liegt meine Abneigung auch einfach daran, dass ich jedes Jahr aufs neue hoffe das meine Mutter sich einmal richtig melden würde und nicht nur eine Karte schickt.

War das nicht auch bei dem Grinch so? Ratho der Grinch!

Naja, wie auch immer! Es ist Weihnachten! Ich hoffe ihr habt alle ein wunderschönes Fest und feiert mit euren Familien und Freunden! Lasst euch das Essen schmecken und ich hoffe ihr dürft viele Geschenke oder Menschen auspacken! Wie immer könnt ihr mir bei Facebook folgen – EINFACH HIER KLICKEN!! =)

MERRY CHRISTMAS – FROHE WEIHNACHTEN meine KEKSE!

EUER GRINCH RATHO =) ❤

 

 

 

Flöte spielen, Mister X und meine Schulzeit

Hallo ihr da draußen,

ich hoffe ihr seid alle gut durch die Woche gekommen! Die Ereignisse überschlagen sich und über vielen Menschen hängt ein Schleier voll Wut und Trauer!

Nach einer kurzen Nacht, 2 Schokomuffins, einer schwarzen Dose und gefühlten 100 Liter Wasser habe ich endlich die Motivation gefunden etwas zu schreiben!
Ich liebe meinen Blog und ich liebe euch! Ohne euch und euer tolles, ehrliches Feedback würde es meinen Blog gar nicht geben.
Es gibt eine kleine Geschichte die mich wirklich total gefreut und überrascht hat. Ich war auf dem NENA Konzert und am Schluss haben extra zwei wundervolle Frauen und Mütter auf mich gewartet. Sie haben extra gewartet bis die Halle leer war, um MICH zu sehen und um mir folgendes zu sagen…

„Dein Blog ist wirklich super toll und ganz liebe Grüße von meiner Tochter!
Dein Outfit ist auch super, obwohl das von gestern noch besser war!
Mach weiter so!“

Eins möchte ich nochmal klarstellen! Ich schreibe hier aus meiner Sicht der Dinge, meine eigene Meinung und über meine Gefühle! Ich werde meine Meinung sicherlich nicht für irgendjemanden ändern! Wer ehrliche Worte nicht verträgt muss meinen Blog nicht lesen…!

Mister X wollte das ich meinen letzten Eintrag lösche oder den Absatz in dem er vorkommt! „Es ist alles gelogen!“ – Sein Satz! Es muss ihn aber anscheinend ziemlich interessieren und seine Freunde was ich treibe bzw. schreibe! Er wurde von einem Kumpel angesprochen darauf und es kam gleich eine Mail mit einer Rechtfertigung. Nun ja…wie oben geschrieben es ist meine Sicht der Dinge und nicht seine. Wisst ihr, es gibt immer zwei Seiten und Ansichten. Eigentlich wollte ich nicht über Ihn schreiben…sonst kommt er sich noch wichtig vor. SORRY – Mister X! NEXT!

Ich wollte über meine Schulzeit schreiben!

Hmm, wo fange ich da an? Grundschule – NEIN! Ich war zu klein und wirklich erinnern kann ich mich nur noch an das Aquarium in der Aula und den schrecklichen Flötenunterricht in den ich gesteckt worden bin!

„Irgendwo muss die Vorliebe fürs „Flöte“ spielen herkommen!“

Meine Zeit an der Realschule – Rathi , Girlie Girls und Christina Aguileras vom Land!

Damals habe ich noch bei meiner Mum und ihrem tollen „Freund“ in München gewohnt! Meine Zeit in München auf der „Maria-Probst-Realschule“ war wirklich toll. Ich war fasziniert von den ganzen verschiedenen Menschen und Nationalitäten. Ich kam vom Land und fühlte mich am ersten Tag total verloren. Wir bekamen sogennante Tutoren und ich hatte meiner Meinung nach die coolste. Den heißesten hatte meine spätere gute Freundin Sandra. Wir hatten einen Schauspieler in der Klasse – UHLALA! Ich habe ihn gehasst und er mich! Er schuldet mir bis heute 2 Euro! =)
Ich fand mich schnell zurecht und nach einer Woche bin ich mit meiner „Gang“ rumgelaufen. Mit Mädchen hatte ich nie Probleme, allerdings fand ich die Jungs schrecklich! In der Pause haben sie immer gekämpft und ihre Kräfte gemessen! Währendessen waren wir unterwegs und haben uns in der Raucherecke bei den 10ten Klassen herumgetrieben. Wollten wir nicht alle so cool wie die 10ten sein?!

Wirklich erinnern kann ich mich nur noch an die Zeit auf dem Land! Von der Stadt auf’s Land zurück! Von meiner Mum zu meinem Dad. Von 5-Minuten-Takt zu 3-Stunden-Takt! Eine neue Schule und ein altes Problem. Ich kam an die Schule, mit meinen Neon-Grünen PUMA-Schuhen und meiner BMW-Jacke, wollte aber sofort wieder gehen. Es war in Bad Tölz alles anders. Ich hatte das Gefühl, als würden die Uhren anders ticken und Trends würden erst 3 Monate später kommen. Wie ich mittlerweile weiß ist es kein Gefühl! Es ist eine Tatsache! Sie lachen über dich und 3 Monate später laufen sie alle mit rosa, blauen Haaren rum oder tragen Röhrenjeans.

Ich kam in meine neue Klasse und musste gleich ganz vorne sitzen. Ich weiß gar nicht wie oft ich in den ersten Tagen was auf den Kopf geschmissen bekommen habe und mein Name in Verbindung mit Schwuchtel benutzt worden ist. Als wäre das nicht schon genug gewesen, hatte ich die schlimmste und launischte Sitzbanknachbarin der ganzen Klasse. Ich hatte mir gewünscht neben einer der Mädls zu sitzen, die noch Pferde-Ordner hatten. Zwei Außenseiter in der ersten Reihe! Willkommen im Theater. Der dritte Außenseiter saß auf der ganz anderen Seite des Zimmers und wurde zu einem meiner besten Freunde. Wir hielten alle zusammen und meine Nachbarin wurde auch immer netter.

In der Schule gibt es immer Grüppchen und Püppchen! =)

Bei uns gab es:
Die „Außenseiter“ – darunter zählte ich, allerdings nicht im klassischen Sinne! Ich hatte viel Kontakt mit Leuten,also mit Mädchen und fand auch Freunde! Es sind die Personen, die nicht so richtig einzuordnen sind beziehungsweise etwas „anders“ (Dick, schwul etc).

Dazu gehörten auch damals unsere „EMO’S“ und „PUNK’S“ – es waren vorallem Mädchen! In den Pausen saßen sie meistens in einem Eck in der Nähe von den Toiletten. Von weitem sah es auch aus wie ein schwarzes Loch mit silbernen Sternen! Die Leute habe ich echt gemocht! Meistens waren sie super nett, hilfsbereit und TOKIO HOTEL Fans! Meine beste Freundin war das auch damals! Ich habe sie immer geärgert – Kinder sind grausam!

Dann gab es die „Sportler“ – JUNGS! Sie waren gut im Sport, hatten einen guten Körper und waren groß! Jeans und T-Shirt – egal zu welcher Jahreszeit! Die Cap nicht zu vergessen und die ständigen Diskussionen mit Lehrern! „WIESOOOO muss ich meine Cap runternehmen…BLABLABLA!“ Jeden Tag – sie haben jeden Tag diskutiert! Natürlich waren das auch die Kerle, die den Mädchen erste feuchte Träume bescherten. Nicht zu vergessen die „Hip-Hopper“ – kurz und bündig! Jogginganzug – Cap – Schmuck – Rülpsen!

Neben den „Sportlern“ gab es dann auch die „Girlie Girls“ – nur Mädchen. Typische Girlie-Girls! Süße,brave Mädchen die im Kirchenchor singen und ihre Hausaufgabenhefte mit Pferde Sticker vollgeklebt haben. Meistens waren sie Klassensprecher und die Lieblinge der Lehrer. Lieblingskleidungsstück : T-Shirt mit Glitzeraufdruck!

Fast am Ende gibt es noch die „Skater“ und „Nerds“ – auch meistens Jungs! Viele hatten eine Brille, lockige Haare, Baggyhosen, glänzende Boxershort (bevorzugt mit Comic-Aufdruck), Vans und einer Cap! Der Arsch hatte immer frische Luft, weil die Hosen soweit unten getragen wurde. Baggy – Hoodie – Cap – Spezi! Das perfekte Skater-Starter-Pack! Die Nerds, die waren unter sich! Sie haben mich immer an „Pinky und der Brain“ erinnert. Sie haben sogar in der Pause über mathematische Formeln und Gleichungen diskutiert! Gerade Jeans – Shirt mit Hemd (Kennt ihr diese Polohemden mit Hemdkragen?!) – Chucks!

Zum Schluss – PARIS HILTON! oder auch die „Püppchen“ – nur Mädls! Die Christina Aguileras vom Land! Sie waren das komplette Gegenteil der Girlie-Girls! Sie waren die „Mean Girls“! Rosa, Lipgloss, Make-Up, gefärbte Haare, künstliche Nägel. Lolitas die wussten wie man an einer Flasche zu nippen hatte um den wichtigsten Muskel eines Sportlers in bewegung zu bringen. Ausgewaschene und zerissene Jeans, Tops, mehrere Armbänder, Nasenpiercing, Gürtel mit Glitzer Schnalle und Absatzschuhe. Von ihrem Gang reden wir lieber nicht!

Woah! Kennt ihr das? Die kleinen Nachrichten auf Zetteln, die man dann durch das Zimmer geschmissen hat?! Ein Zettel für mich ist genau in der Kaffeetasse von meinem Physiklehrer gelandet! TYPISCH! Wir haben damals tatsächlich geglaubt, dass es unauffällig wäre…!

In der 9ten Klasse bin ich durchgefallen und es fing alles von vorne an!
Eine neue Klasse, neue Mitschüler und ein neues Ich!
Ich war froh das mein damaliger bester Freund und meine jetzige beste Freundin auch durchgefallen waren, so war ich wenigstens nicht allein.
Die Zeit verging, ich lernte mich mit der Klasse zu arrangieren und fand schnell Zugang zu den Mädls. Die Klasse bestand aus allen Typen, die ich oben beschrieben habe. Ich habe angefangen Sport zu schwänzen bzw. hatte eine Entschuldigung und konnte so immer im Sekretariat bleiben und dort helfen oder mit unserem Konrektor ratschen. Die Lehrer waren ohnehin mein großes Glück – außer mein Sportlehrer! Ich war dick – JA ich weiß! Dafür war er einfach armselig! Wie kann ein Erwachsener soviel scheiße reden und ein Kind so bloßstellen vor der ganzen Klasse. Mein Name war für ihn „Rathi“ und nicht Ratho. Ich wurde durch ihn nur stärker und selbstbewusster und das habe ich ihm auch an einem Vormittag im Sekretariat gesagt. Er ist daraufhin verbal auf mich losgegangen und ich habe ihn ausgelacht! Tja, ich bin vielleicht dick gewesen, aber nicht so unreif!
Die Jungs fanden das „scheiße“ das ich nicht beim Sport dabei war. Was hätte ich denn machen sollen? Ich wurde nie in ein Team gewählt – „Die fette schwuchtel nehme ich nicht!“ oder „Der kann ja nichts!“! Sie hatten recht! Dick, Schwul und Fußball konnte ich auch nicht spielen!

Wieso denken Hetero’s, das Schwule sie automatisch geil finden?
Wir haben auch Geschmack!

Fragen über Fragen!
Die 10te Klasse war ziemlich relaxed für mich! Ich saß in der ersten Reihe und hatte um mich herum meine besten Freundinnen und meine allerliebste, verplante Sitznachbarin! Mit einer Lehrerin tauschte ich CD’s und bei der anderen war ich nach der Schule zum Kaffee trinken eingeladen. Ich fing an nebenbei zu arbeiten (ohne das es jemand wusste aus meiner Familie) und wurde immer direkter. Die Klassenkameraden fingen an zu rauchen – „ES IST JA SOOO COOL!“ Eskalationen gab es auch, allerdings war ich nicht Schuld sondern mein Hirn und Mund! Die Wörter kamen wie Wortkotze aus meinem Mund…bevor das Hirn überlegen konnte! Türen flogen und meine Naomi Campbell-Attitude kam raus!
BITCH!

Ich hatte meinen ersten Freund und mein damaliger bester Freund, spielte sich immer mehr ins Abseits. „Wie kann man schwul sein – widerlich – das gehört verboten!“ – ich glaube er hätte es bis heute noch nicht gemerkt, wenn ich es ihm nicht ins Gesicht gesagt hätte! Danach war aber auch fast 1 Jahr Funkstille!
Mister X kam in mein Leben und in mein Postfach. Ich werde jetzt etwas zitieren und es dann kommentieren…TADA

Ich wusste das du einen schweren Stand hast in der Klasse und wollte einfach nur nett sein und dich integrieren!!

Er wusste das ich einen schweren Stand hatte! AHA – und er wollte mich integrieren! WOW – deshalb hat er auch nie den Mund aufbekommen haha…sonder nur geguckt und geschrieben! Das ist übrigens nicht nur mir aufgefallen sondern auch den Mädls. Integrieren? Hmm wo wollte er mich den hin-integrieren? Ich war perfekt integriert zwischen den Erwachsenen und meinen Freundinnen. „Woah, wieso kann der Ratho mit den Mädls so reden und sie anfassen!“ – TJA!!! Der schwere Stand in der Klasse hat mir das alles ermöglicht! Meine ehrliche, direkte und meine schwule Art! All das was die Jungs für „Scheiße“ gehalten haben kam mir zu gute!

Ich war nicht derjenige der einen Ständer hatte, weil er den tiefen Ausschnitt von unserem Püppchen gesehen hat! Ich habe schon während der Schulzeit gelernt was es heißt zu arbeiten und für seine Träume zu kämpfen. Ich war vielleicht ein Außenseiter bei den Jungs, aber wollte ich wirklich dazu gehören? Ich glaube nicht! Unter Jugendlichen wird man so schnell zum Ausgegrenzten, die falschen Klamotten, das „ältere“ Handy oder einfach das falsche Gesicht!

Die Jahre sind vergangen und wir sind alle erwachsen geworden, die einen mehr, die anderen weniger! Mich erkennen meine damaligen Mitschüler gar nicht mehr (die Jungs vor allem). Ich kann sagen, dass die Schulzeit echt hart war. Hart nicht wegen dem „Lernen“, sondern eher wegen den Mitschülern und auch Lehrern. Jemanden auszugrenzen und zu mobben ist vielleicht lustig und man fühlt sich stark, aber eigentlich zeigt es wie einsam ihr wart. Wieviel Angst ihr hattet vor dem, was/der anders ist! Ja, ich nenne sie heute auch oft Bauern. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun. Ich werde „Schwuchtel“ genannt, aber ich darf niemanden „Bauer“ nennen. Vielleicht ist es manchmal falsch, aber was würdest du zu jemanden sagen der von einem Traktor schreit und auf einem Bauernhof wohnt?! Ich selbst wohne auch auf einem Bauernhof, laufe aber mit offenen Augen durch die Welt.

„Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!“

Ratho (wie immer bei FACEBOOK)

Mein Opa hat Honig im Kopf

In meinem Blog erzähle ich euch über mein Leben, meine Gefühle und Dinge die mich bewegen. Lange hatte ich überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben soll. Alzheimer! Ich habe den Film „Honig im Kopf“ von Til Schweiger mit Freunden im Kino angesehen und habe mich in manchen Szenen selbst gesehen. Heute möchte ich euch erzählen, wie ich mich fühle und ein kleinen Eindruck vermitteln. Mein Opa hat auch Honig im Kopf.

„Ich kenne Sie gar nicht“, dass war der Satz mit dem mein Opa mich am Donnerstag begrüßt hat. Mein Vater bekam den Namen von meinem Onkel, nur meine Oma war seine „geliebte Gattin“. Früher hat mir mein Opa so viele Sachen erzählt und gezeigt, als kleines Kind fand ich das allerdings sehr langweilig. Er war Redakteur und hat als Grafiker gearbeitet und war sehr stolz auf seine Werke. Heute kann er sich nicht mehr daran erinnern. Es gibt Momente, die leider immer seltener werden, da weiß er alles bis ins kleinste Detail.

Ich ärgere mich oft über mich selbst,dass ich damals nicht besser aufgepasst habe und es als langweilig empfunden habe. Heute würde ich mir wünschen das er mir gewisse Dinge erklären kann und zeigen. Aber geht es nicht vielen Menschen so? Man merkt erst wie wertvoll etwas ist, wenn es plötzlich weg ist? Kommen wir zurück auf Donnerstag, wir waren also in seinem Zimmer im Pflegeheim und hatten gefragt was denn so los war. Mein Opa meinte “ Ich weiß es nicht, ich werde immer dümmer und vergesse alles!“ . Ich saß daneben und habe mich so hilflos gefühlt und habe mir eine Frage gestellt. „Wie geht es meinem Opa dabei, wenn er es selbst merkt das er immer weniger weiß?“

Ich wäre verzweifelt, aggressiv,traurig und sauer auf mich selbst. Aggressiv ist er manchmal, wenn er sich nicht erinnern kann und meine Oma erwartend vor ihm sitzt und sagt: “ Das müsstest du aber schon noch wissen, Bruno!“ Für sie ist es auch nicht einfach, sie ist plötzlich ganz alleine auf sich gestellt und sieht wie ihr Ehemann so viele gemeinsame Erlebnisse vergisst. Mein Opa erkennt meine Oma immer, dass ist bestimmt die große Liebe! Die Liebe, die wir alle suchen. Die allem stand hält sogar eine Krankheit,die ihn sonst fast alles zeitweise vergessen lässt.

Als ich kurz auf der Toilette war und wieder aus dem Badezimmer kam, sagte mein Opa: “ Ratho, du bist ja auch da, was hastn scho wieder für an Janker an!“ (Meinen Blazer mit Blumen) . Da war er wieder mein Opa, der meine Outfits manchmal nicht verstanden hat und mein Septum als „greisligen (hässlichen) Stierschmuck“ bezeichnet. Mich erkennt er oft, seine Söhne bringt er oft durcheinander. Rudi,Bruno und Thomas sind alles Namen die mein Papa schon hatte.

Mein Opa frägt immer wann er wieder nachhause kommen kann. „Wann gehen wir wieder?“, “ Wie ist das mit dem bezahlen, ich habe doch kein Geld!“ oder „Jetzt habe ich fast den Stuhl vergessen!“ . Ich muss über die letzte Aussage immer schmunzeln, er kann nicht mehr gut laufen und sitzt deshalb in einem Rollstuhl. Er kann ihn also nie vergessen, weil er sonst nicht voran kommt. Er kommt mir manchmal traurig vor und einsam. Immer wenn wir ihn besuchen freut er sich, aber manchmal schläft er auch mitten im Gespräch ein. Er vergisst auch immer öfter wo sein Zimmer ist, obwohl sein Name an der Tür steht.

Meine Großeltern hatten früher immer Hunde, also einen Hund nach dem anderen. Sie waren nicht wie diese Katzenfrauen, die 10 Katzen haben. Es waren immer Schäferhunde. Wenn mein Opa heute einen Hund sieht, wird er ganz glücklich und erzählt alles über die Hunde die ihn in seinem Leben begleitet haben. Ihn so glücklich zu sehen, macht mich ein bisschen weniger traurig. Im Film wird die Krankheit so beschrieben : „Es fallen Bücher um und an anderen Tagen stellen sich dafür andere wieder auf.“ Ich glaube das Buch der Hunde steht bist jetzt immer im Regal.

Ich würde ihm so gerne helfen, aber ich weiß nicht wie. Es ist ein Kampf mit der Zeit, denn man verliert. Irgendwann wird es soweit sein das er nichts mehr weiß und sich nicht erinnern kann. Ich möchte mir das gar nicht vorstellen….Der Film hat mich und meine Freunde traurig gemacht und hat auch Vorwürfe in mir geweckt. Er war wie ein Spiegel und hat die Realität in schönen überzogenen Bildern gezeigt. Ich weine selten im Kino, aber die Tränen die ich geweint habe, waren mit Angst und Hilflosigkeit gefüllt.

Zum Abschied meinte mein Opa “ Macht es gut, STOP! Ich möchte mit nach hause und ich habe kein Geld zum bezahlen fürs essen ! “ In diesem traurigen Moment, schmunzelt man doch.

Euer Ratho (wie immer könnt ihr mir hier auf Facebook folgen und auf Instagram)

Der Trailer zum Film “ Honig im Kopf “ von Til Schweiger