Weltkriegauslöser mit 6 Jahren

Hallo,

das ist vielleicht einer der Einträge, die nicht wiederholt werden können. Es ist zu nahe am Herzen. Meine Geschichte, meine Kindheit und Wünsche in Wörter verpackt.

Ratho

6 Jahre alt,
gib mir die Schuld bis heute,
all die Probleme,
ausgetragen auf meinem rücken,
wieviel kann ich tragen,
mit meinen 6 jähren,
hörte schreie,
türen knallen,
spüre bis heute den Kochlöffel auf meiner nackten haut,
aus jedem schlag,
wurde eine tiefe narbe in mir geboren,
bin der größte Fehler deines Lebens,
doch an manchen tagen,
wenn tränen nicht trocknen,
wünschte ich mir eine Mama,
doch wie immer war ich schuld,
an Weltkriegen,
einem unbefriedigtem Sexleben,
mangelnden sozialen Kontakten,
an dem Selbsthass der eure Körper regiert,
ich war ein Kind,
hätte mir Eltern gewünscht,
blickte aus meinem Fenster,
sah Familien wie gemalt,
20 jahre später,
fahre ich durch die nacht,
kämpfe gegen mich und den ständigen Selbsthass,
bin bis heute an allem schuld,
versuche meine Kilos zu verlieren,
essen war meine erste liebe,
wollte doch nur in den arm genommen werden,
ich war nie einfach,
doch mich als strafe zu ignorieren,
bringt bis heute meine Seele zum brechen,
fühl mich so ungeliebt,
allein mit mir auf dieser Welt,
Floskeln und versuche die Fehler vergessen zu machen,
sie machen mich weich,
doch innerlich ist der schmerz zu hart,
mama ich vermisse dich,
tag für tag,
papa,
du hast mich aufgenommen,
als ich wie ein Nomade floh,
war nirgends willkommen,
doch deine Tür stand auf,
gab bis zum 16 Lebensjahr schlage,
bis ich zurück schlug,
wir führen vergessene Gespräche,
sind völlig unterschiedliche menschen,
ich erinnere dich an Mama,
euer hass ist mein film,
es wird alles auf mich projiziert,
doch ich kann nichts dafür,
vielleicht werden diese Zeilen Bauteile eines perfekten Popsongs,
geschrieben von mir,
in der nacht mit Palo Santo,
als sich regen und meine tränen berührten,
ich mir die schuld gab,
an all den Weltkriegen,
an der Ungeliebtheit,
an meinem leben,
der Gedanke es zu beenden ist der schatten meines Wesens,
wieviel last kann ein Kind tragen,
6 jahre alt,
heute 20 jahre später,
sitze ich weinend hier und gebe mir noch immer die schuld,
so wie ihr es sagt,
bin in ein schwarzes loch gezogen,
mein Nachbar ist die frage nach dem sinn,
sinn des Lebens,
meiner Existenz,
der Sehnsucht nach liebe,
stumme schreie hört niemand,
diese Wörter werden gelesen,
doch verstanden werden sie nicht,
es ist das Biest,
das keiner versteht,
es spricht nicht mit jedem,
dafür schreit es mir täglich ins Ohr,
es ist Melancholie,
die ständige Traurigkeit,
der Strudel aus Einsamkeit und schuld,
die suche nach dem Ort wo man wahrgenommen wird,
willkommen in Melancholien,
klatscht in die Hände,
wir haben eine Antwort gefunden,
das wollte jeder,
ignoriert wird was ich will,
denn eigentlich bin ich nicht hier,
man kann mich sehen,
lästern und anspucken,
fassen wird mich niemand,
einen schritt nach vorne,
in die sternbedeckte Unendlichkeit,
ohne schmerzen und Gefühle,
das kleine Kind in mir,
blickte in den spiegel und wusste es wollte weg von hier,
der Weg wird schwer,
mit jedem schritt verlor es den halt,
geriet ins stolpern,
unzählige male gefallen,
doch einen Sternenhimmel voll aufgestanden,
mit offenen armen und verschlossene herzen,
in die kalten Menschenmengen gelaufen,
die reise angetreten,
bis ich in den spiegel blickte,
und nichts mehr sah,
ich lade dich ein,
nimm meine Hand und diese Zeilen,
willkommen in meinem Land,
aus schwarzen wolken,
farblosen rosen,
unzähligen mauern,
und zerbrochenen menschen,
masken die Straßen pflastern,
Kreuzungen die im kreis führen,
der letzte stop,
eine Postkarte aus Melancholien,
mit einer Nachricht von mir,
sie kam nie an,
weil es niemand versteht,
ich war das Kind,
das versuchte etwas zu verbrennen,
türen knallte,
Weltkriege auslöste,
Beziehungen zerstörte,
die schuld auf sich nahm,
weil es eine Familie wollte

r.lang 2018.07.06

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